Seit 2018 organisiert die Energieagentur Schaumburg den Wettbewerb um die „Grüne Hausnummer“. Fast 60 Objekte wurden in der Zeit (Ausnahme: 2021/2022 wg. Corona) mit der begehrten Plakette prämiert. Ein besonderes Objekt stellten die Beteiligten nun abgeschlossen der Presse vor. Die Sanierung eines denkmalgeschützten Bauernhauses aus den Baujahren 1830/1840 konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Modernisierung erfolgte nach dem KfW-Denkmal-Standard und:“… stellt ein herausragendes Beispiel für energieeffiziente Sanierung dar!“ (Verena Michalek, Geschäftsführerin der Energieagentur Schaumburg). 2019 hatte die gebürtige Nienstädterin Elke Mannigel das Haus gekauft und bereits 2023 die begehrte „Grüne Hausnummer“ verliehen bekommen. Gemeinsam mit der Bewohnerin, Anja Mannigel, der verantwortlichen Bauingenieurin Ylva Cohrs-Müller sowie Christoph Linden von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und Daniel Kulthau für die Stadtwerke Schaumburg-Lippe als Sponsor, konnte jetzt das abgeschlossene Projekt in Augenschein genommen werden. Alle Beteiligten stellten besonders die tolle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Landkreis-Verwaltung heraus. Immer wieder musste über Kompromisse zwischen Denkmalschutz und energetischer Sanierung beraten werden.
Gelernt bei Bauingenieur Manfred RÖVER++
Bauingenieurin Cohrs-Müller, die sich ihr Spezialwissen in der intensiven Zusammenarbeit mit dem Ende 2023 verstorbenen Manfred Röver angeeignet hatte, konnte bei der Sanierung auf ihre guten Kontakte zu erfahrenen Handwerkern aus der Region zurückgreifen. Die Diele des Hauses beispielsweise, war mit Sandsteinplatten unterschiedlicher Größe ausgelegt. Diese waren einfach auf gewachsenem Boden verlegt worden. In akribischer Kleinarbeit bauten die Handwerker die Platten aus, nummerierten sie, kofferten den Boden aus, bauten eine Isolierschicht sowie eine Fußbodenheizung ein und verlegten die Platten exakt wie zuvor. Stolz sind die Beteiligten auf die Erhaltung des äußeren Erscheinungsbildes. Dieses, insbesondere mit der „Schaumburger Mütze“, prägt das Erscheinungsbild des historischen Schaumburgs, beschrieb Cohrs-Müller das Ergebnis. Der gute Gesamterhaltungszustand hatte die Arbeiten positiv beeinflusst. Christoph Linden hält das Projekt „Grüne Hausnummer“ für großartig. In Niedersachsen wurden bereits über 1.700 Gebäude mit der grünen Hausnummer ausgezeichnet. Das historische Gebäude in Nienstädt zeige, was auch bei alten Häusern möglich sei. „Energieschutz geht dabei vor Denkmalschutz!“
Bis zu 30 Prozent Fördermittel sind möglich
Die deutlich sichtbar angebrachte grüne Hausnummer zeige Anerkennung und Wertschätzung von Seiten der Energieagentur, betonte die Geschäftsführerin. Den Werbeeffekt stellten auch Eigentümerin und Bewohnerin fest. Einige Spaziergänger hatten sich neugierig nach der Bedeutung der Hausnummer erkundigt. Unterstützung finden zukünftige Haussanierer unter anderem bei Fördermitteln aus verschiedenen Töpfen. Bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten konnte Elke Mannigel daraus als Fördermittel für energetische Sanierung erhalten. Neben den Sponsoren Stadtwerke Schaumburg-Lippe und der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, unterstützen noch Westfalen-Weser sowie die Stadtwerke Rinteln das Schaumburger Hausnummern-Projekt. Schon jetzt können sich Hauseigentümer, die besonders energieeffizient gebaut oder saniert haben, für die „Grüne Hausnummer 2025“ bewerben. Informationen dazu gibt es auf der Homepage: www.energieagentur-shg.de, per Mail über: info@energieagentur-shg.de sowie telefonisch: 05721/96718-60.