Von Hohnhorst bis nach El Hierro | Wunstorfer-Stadtanzeiger

04.04.2025 17:48

Von Hohnhorst bis nach El Hierro

Der Hohnhorster Sören Kelb, Geselle auf Wanderschaft, arbeitetete unter anderem auf den kanarischen Inseln. (Foto: privat)
Der Hohnhorster Sören Kelb, Geselle auf Wanderschaft, arbeitetete unter anderem auf den kanarischen Inseln. (Foto: privat)
Der Hohnhorster Sören Kelb, Geselle auf Wanderschaft, arbeitetete unter anderem auf den kanarischen Inseln. (Foto: privat)
Der Hohnhorster Sören Kelb, Geselle auf Wanderschaft, arbeitetete unter anderem auf den kanarischen Inseln. (Foto: privat)
Der Hohnhorster Sören Kelb, Geselle auf Wanderschaft, arbeitetete unter anderem auf den kanarischen Inseln. (Foto: privat)

Der aus Hohnhorst stammende Zimmerer-Geselle Sören Kelb ist seit April 2023 auf Wanderschaft, wahrscheinlich mittlerweile sogar auf dem afrikanischen Kontinent. Nachdem wir in einer der vergangenen Ausgaben einen wandernden Gesellen vorstellten, der Station im Landkreis machte, schildern wir nun die Eindrücke eines Schaumburgers, der von hier aus auf dieselbe Weise in die Welt zog.

Seit dem 16. April 2023 ist Sören Kelb auf Wanderschaft. Per E-Mail meldete er sich in seiner Heimat, von der er sich bei seiner traditionellen Wanderschaft mittlerweile rund 2.000 Kilometer entfernt hat.
Für mindestens drei Jahre und einen Tag geht es für ihn von Betrieb zu Betrieb. „Immer ein Ziel vor Augen: Sich weiterbilden, andere Arbeitsweisen entdecken und Menschen, sowie deren Länder und Kulturen kennenlernen“, so beschreibt Kelb selbst seinen Antrieb.

Arbeit in Lichtenstein und der Schweiz

Aufgewachsen im Landkreis absolvierte er Schule und Lehre hier und in Hannover. Seine Wanderschaft führte bisher vor allem durch große Teile
Deutschlands. „Längere Zeit war ich in und um Bremen herum; zudem im Halle, Heilbronn, Oberfranken und vielen weiteren Regionen“, wie der junge Handwerker aufführt. Den ersten Sommer habe er Arbeit in einer „tollen Zimmerei“ im Fürstentum Liechtenstein gefunden, den zweiten in der Region Solothurn (Schweiz). „Stets haben wir eine Karte von Deutschland dabei. Der Heimatort und die umliegenden 60 Kilometer dick eingekreist. Immer genau im Blick den Bereich, auch Bannkreis genannt, den wir für die gesamte Reisezeit nicht betreten dürfen“, so Kelb in seiner Nachricht. Mittlerweile führte ihn seine Walz bis
nach El Hierro auf den kanarischen Inseln.

Bewusster Umgang mit Ressourcen

„Das Leben der Menschen hier ist sehr ruhig und geprägt durch ein
wunderbares Miteinander“, schildert der Handwerker. Zwei Wochen nahm er spontan Arbeit an, was sehr interessant und fordernd sei. „Material und Werkzeug, wie wir es im deutschen Handwerk gewohnt sind: Fehlanzeige. Schrauben sucht man sich zusammen und bloß kein Bauholz verschwenden.“ Allgemein sei der Umgang mit Ressourcen jeglicher Art auf der Insel sehr bewusst. „Und so halfen ein guter Reisekamerad aus Kiel und ich Antonio, einem 72 Jahre alten Spanier, beim Weiterbau seines neuen Dachstuhls. Tolles Essen, Schlafplatz und viele schöne Gespräche waren unsere Belohnungen für die Mithilfe“, berichtete Kelb.

Das nächste Reiseziel ist Marokko

Meist würden sie für einen längeren Zeitraum an einem Ort arbeiten, um so die Weiterreise zu finanzieren. „Doch solch besondere Projekte an entlegenen Orten nimmt man spontan mit und freut sich über die Möglichkeit, Länder aus verschiedenen Perspektiven kennenzulernen. So bekamen wir noch unser erstes kleines Arbeitszeugnis auf Spanisch“, berichtete der Handwerker.
Geplant war zum Zeitpunkt des Übersendens der Nachricht die Weiterreise nach Marokko, also die Überfahrt auf den afrikanischen Kontinent. Einfach nachfragen kann man nicht, schließlich ist Sören Kelb wie auf Wanderschaft üblich ohne Handy unterwegs.
Foto: privat


Bastian Borchers
Bastian Borchers

Redakteur Schaumburger Wochenblatt

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