Die Niedersächsische Ministerin für Inneres und Sport, Daniela Behrens, hat sich im Polizeikommissariat Wunstorf über die Leistungsfähigkeit der neuen Smartphones informiert, die insbesondere für den Einsatz- und Streifendienst der Polizei Niedersachsen vorgesehen sind. Landesweit werden mehr als 9.500 Geräte in den Dienst genommen.
Auf dem Gelände des Polizeikommissariats wurde dafür ein Verkehrsunfall simuliert, der mithilfe der neuen Verkehrsunfall-App digital aufgenommen wurde. Mit den Smartphones werden bewährte und neue Polizei-Apps für die tägliche Aufgabenwahrnehmung auf Basis des Betriebssystems iOS (Apple) zur Verfügung gestellt. So können beispielsweise Ausweisdokumente eingescannt, auf Echtheit überprüft und die Personendaten mit Fahndungsbeständen abgeglichen werden. Innenministerin Behrens freut sich über die neuen Möglichkeiten: „Die Digitalisierung vereinfacht die Arbeitsprozesse und führt zu einer spürbaren Zeitersparnis im Arbeitsalltag. Dazu trägt zum Beispiel die neue Verkehrsunfall-App bei. Dadurch können unsere Polizistinnen und Polizisten bei der Aufnahme von Bagatellunfällen ganz auf die handschriftliche Unfallaufnahme verzichten. Die Digitalisierung kommt also im Streifenwagen an und wirkt sich damit auch bei den Bürgerinnen und Bürgern aus. Ein Vorteil für alle Beteiligten.“ Behrens betonte, dass es eine Eigenentwicklung der Polizei sei, es entstünden keine Kosten an Dritte.
Auch Niedersachsens Landespolizeipräsident Axel Brockmann war bei der Vorstellung dabei gewesen und begrüßt die Einführung der dritten Generation der Smartphones: „Die neuen Smartphones sind ein echter Gewinn für die Polizei Niedersachsen, die tägliche Arbeit wird erleichtert und beschleunigt, von den alten Papiervorgängen trennen wir uns mehr und mehr.“ Das sei ein wichtiger Schritt hin zur Digitalisierung. „Als ich vor 40 Jahren bei der Polizei lernte, haben wir die Unfälle auf Papier aufgenommen“, erinnert sich Brockmann. Jeden Tag gäbe es in Niedersachsen 300 Unfälle. Der Polizeipräsident dankte für die gemeinsame Entwicklung der digitalen Unfallaufnahme, sie habe ein Jahr gedauert. Per E-Mail wird den Unfallbeteiligten einschließlich der Versicherung alles übermittelt, ebenfalls wird eine Statistik geführt. Wer nicht digital unterwegs ist, könne aber zum Kommissariat kommen und den Unfall aufnehmen lassen.
„Wir haben die digitale Unfallaufnahme mit ausprobiert“, sagte unserer Zeitung Wunstorfs Polizeichefin Britta Schwarz. Bislang wurden Mehrfachdurchschläge bei einer Unfallaufnahme erstellt, die nicht immer lesbar gewesen seien. Jetzt wird eine E-Mail unmittelbar übersandt, so können die Unfallteilnehmer mit der Versicherung kontakten. „Es erspart uns Zeit, die wie für die Bürger anderweitig einsetzen können“, so Schwarz. Das hiesige Kommissariat ist mit den neuen Geräten bereits ausgestattet.
Bereits seit Januar dieses Jahres werden Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte im Einsatz- und Streifendienst und anderen operativen Einheiten mit den Smartphones ausgestattet. Mit diesen neuen Endgeräten wird die Vorgängerversion abgelöst. Die Übergabe der insgesamt 9.545 Smartphones wird im Sommer abgeschlossen sein. Damit werden künftig doppelt so viele Polizistinnen und Polizisten wie zuvor durch diese besonders gesicherten Smartphones bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt und durch die digitalen Angebote entlastet. Bei der Entwicklung neuer praktischer Anwendungen arbeitet die Polizei Niedersachsen eng mit der Polizei von Bund und anderen Ländern zusammen. Der Haushalt der Polizei Niedersachsen ist seit 2025 dauerhaft jährlich um sieben Millionen Euro erhöht worden, um den Betrieb der neuen Endgeräte zu gewährleisten.