Der Kurpark von Bad Nenndorf wird im Rahmen der Landesgartenschau 2026 um einen neuen Abschnitt ergänzt: den Wiesenpark. In ihm verbinden sich Natur, Bewegung und Bildung auf neue Weise. Zwei Bereiche bilden das Herzstück – ein Sportareal mit Beachvolleyballfeld und ein Lernareal, das zum Staunen, Erleben und Begreifen einlädt.
Gerade dieses Lernareal mit Erlebniswiese und Erlebniswäldchen nimmt derzeit sichtbar Gestalt an. Die Arbeiten liegen im Zeitplan – schon im Sommer soll der Bereich fertig sein. Das naturnahe Bildungsumfeld entsteht auf den Plänen von LaGa-Generalplaner hutterreimann. Sechs sogenannte „Zimmer“ gliedern das Gelände: sorgfältig gestaltete Stationen, die Natur erlebbar machen und Fragen aufwerfen, statt nur Antworten zu geben. „Das Areal um die Erlebniswiese und das Wäldchen ist für die kleinen und großen Entdecker unter uns ein spannender Ort, welcher Natur näherbringt und durch feinteilige Gestaltung zum Verweilen einlädt“, sagt Chiara Nickel, Bauherrenvertreterin.
Ein erster Blickfang im Erlebniswäldchen ist das Zilpzalpnest. Es liegt eingebettet in eine Totholzhecke, etwa 1,70 Meter hoch – mit kleinen Gucklöchern, durch die sich Vogelfiguren erspähen lassen. Hier ist niemand nur Zaungast: Die Besuchenden stehen mittendrin, werden Teil dieses Lebensraums.
Seit einigen Wochen wachsen hier verschiedene Elemente zusammen. Aktuell werden Betoneier platziert, die nicht nur als Sitzgelegenheiten dienen, sondern auch spielerisch an das Thema „Nest“ erinnern. Gleichzeitig werden die sogenannte Zwiesel eingesetzt: eine Konstruktion aus liegenden Holzstämmen und Astgabeln. Ein Fallschutz darunter sorgt dafür, dass hier bald sicher balanciert und gespielt werden kann.
Wenige Meter weiter wird die Reptilienburg gebaut – mit einer Trockenmauer aus mächtigen Natursteinen, die in diesen Tagen fast fertiggestellt wird. Noch im April folgen ergänzende Gehölzpflanzungen, die den Lebensraum zusätzlich strukturieren. Die Burg bietet Sonnenplätze, Winterquartiere und geschützte Rückzugsorte für Tiere wie Eidechsen oder Wildbienen – und macht so ökologische Zusammenhänge ganz konkret erfahrbar.
Auch in der Insektenoase geht es voran: Das Basaltpflaster ist gesetzt, die Grundstruktur steht. In den kommenden Wochen entsteht hier ein vielfältiger Lebensraum mit Stauden, offenen Bodenstellen und kleinen Trockenmauern. Ziel ist es, Insekten nicht nur einen geschützten Platz zu bieten, sondern auch den Besuchenden zu zeigen, wie viel Leben auf kleinster Fläche möglich ist – und wie sich auch im eigenen Garten neue Räume schaffen lassen.
Noch wirkt das Zukunftswäldchen wie eine freie Fläche – doch das wird sich im Frühjahr ändern. Dann werden hier verschiedene Bäume gepflanzt, vom Europäischer Zürgelbaum über die Winterlinde zur Traubeneiche und der Europäischen Hopfenbuche. Allesamt Arten, die als klimaresilient gelten, die Schatten spenden und Fragen aufwerfen. Wie wird der Wald von morgen aussehen? Was können wir tun, um ihn zu schützen? Dieser Abschnitt will nicht nur wachsen, sondern auch Denkanstöße geben.
Ein Stück weiter wurde bereits die Wegeführung für den Spiegelsaal angelegt. Der Waldboden bleibt weitgehend naturbelassen, bald kommen hier Spiegel ins Gelände – sie reflektieren Licht, Bewegung und manchmal auch uns selbst. Der Spiegelsaal lädt ein, sich nicht nur umzusehen, sondern sich als Teil des größeren Ganzen wahrzunehmen.
Am südlichen Rand des Areals entsteht derzeit die Wunderwerkstatt – das Bunte Klassenzimmer der Landesgartenschau. Sitzbänke werden eingebaut, Holzstämme fassen das Gelände ein, und der Boden wird mit Holzpflaster aus Baumscheiben gestaltet. Hier entsteht ein Ort für Forscherdrang, Neugier und Gemeinschaft. Ob mit Schulklassen, Familien oder spontan vorbeischauenden Entdeckenden: Die Wunderwerkstatt ist ein Lernort unter freiem Himmel, an dem die Natur zur Mitspielerin wird.
Mehr zur Wunderwerkstatt gibt es ganz bald – in einem der nächsten Teile dieser Serie. Mit Hingabe und Liebe zum Detail wächst hier ein Ort heran, der Bildung und Erholung in Einklang bringt und die Besuchenden dazu einlädt, die Schönheit und Vielfalt der Natur mit allen Sinnen zu erleben.